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Galizien
Galizien, das Land der 1000 Flüsse, macht seinem Beinamen alle Ehre. Die Wasserläufe fließen durch die gesamte Region, vom bergigen Inland bis hinunter zur Küste, wo sie sich in den typischen Rias (Fjorden) treffen. Dadurch ensteht eine wunderschöne, kontrastreiche Küstenlandschaft mit großartigen Stränden, hübschen Fischerdörfern und gefährlichen Klippen, wie an der Costa de La Muerte, der Küste des Todes. Das Inland birgt einige beeindruckende Städte, wie das Weltkulturerbe Santiago de Compostela, romantische Dörfer und üppig grüne Landschaften. Die Region ist stolz auf ihr keltisches Erbe sowie auf ihre eigene Sprache Galego, welche dem Portugiesischen ähnlicher als dem Spanisch ist.
Gastronomie Die Küche Galiziens ist sehr abwechslungsreich doch gibt es kein einziges Gericht, dass besonders typisch für diese Region wäre. Die selben Zutaten werden auf vielfältige Art zubereitet, jedes mit seinem ihm ganz eigenen Geschmack. Generell kann man sagen, das die Küche hier charakteristisch ist für eine grosszüge Mischung aus bodenständiger Zubereitung und der Anwendung natürlicher Zutaten. Da die Küste reich an Plankton ist, gehören die Meeresfrüchte Galiziens zu den besten der Welt. Weitere empfehlenswerte Gerichte sind der ‘pote’ (Eintopf aus Schinkenknochen und grünen Bohnen), die ‘caldeiradas’ (ähnlich der Bouillabaisse, aber in zwei Teilen serviert: erst die Brühe und dann der Fisch), ‘pulpo’ (Oktopus) sowie die Milch- und Teigprodukte. Probieren Sie dazu unbedingt den berühmten grünen Alvariño Wein, am besten als Begleitung zu den hervorragenden Meeresfrüchten.
Geschichte Galizien war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, und noch heute finden sich Zeugen hierfür. Auch die Kelten hinterließen ihre Spuren, so dass viele galizische Bräuche keltische Wurzeln haben und man leicht Gemeinsamkeiten mit anderen keltisch-stämmigen Völkern, wie den Schotten oder Iren entdecken kann. Die Römer hinterließen u.a. Bauwerke wie die Mauern von Lugo, die Brücke von Ourense und den Turm des Herkules. Ein Nachbleibsel des Mittelalters ist das Grab des Apostels Santiago (Hl. Jakob). Tausende pilgerten den Weg zu der Kathedrale der neu gegründeten Stadt Santiago de Compostela. So entstand der weltberühmte Jakobsweg, der an unzähligen Kirchen, Klöstern und Kapellen von unschätzbarem historischem und künstlerischem Wert vorbeiführt. Seit 1981 ist Galizien autonome Region.
Kunsthandwerk Traditionelles Kunsthandwerk wird in Galizien noch allerorts gepflegt und reicht von Korbflechten und Weben über Keramik- und Töpferhandwerk bis hin zu Holz- und Silberarbeiten. Galizische Korbflechtereien z.B. werden aus einem breiten Spektrum unterschiedlichster Materialien hergestellt. Neben Streifen aus Kastanienholz oder Weidenruten werden auch feine Strohflechten benutzt, aus denen die berühmten Noya-Hüte oder auch die einfacheren Corozas entstehen. Neben den Flechtereien nehmen Keramikarbeiten einen weiteren Ehrenplatz im Kunstgewerbe Galiziens ein. Die wichtigsten Töpfereien befinden sich in Buño, Niñodaguia, Bonxe und Dodró. Die Produkte aus Buño erkennt man leicht am glänzenden Lack und den erdigen, grünen Tönen. Sie sind auf fast jedem Dorfmarkt anzutreffen. Am bekanntesten sind jedoch wahrscheinlich die großen Schalen, die für die queimada, ein typisch galizisches Getränk, hergestellt werden. Bei den Holzarbeiten gibt es eine riesige Auswahl an Holzgeschirr und die großartigen Zueccos zu bewundern. Letzteres sind Holzschuhe, die von den Bewohnern der kleinen Dörfer hauptsächlich während der Regenzeit getragen werden. Sehr interessant sind auch die wunderschönen Camariñas-Spitzenarbeiten. Silberarbeiten aus Compostela mögen etwas teuerer als anderswo sein, Qualität und Design rechtfertigen jedoch den Preis.
Kultur Ourense - Fiesta: Einige der schönsten Feste und wahrscheinlich die ältesten und bekanntesten Pilgerfeierlichkeiten Galiziens finden in Laza statt. San Watila in Pungin und die Feiertage in Puebla de Trives Mitte September sind heute eher weltliche Feste, obwohl sie noch religiöse Namen tragen, wie die Fiestas del Cristo und La Dolorosa. Andere Feierlichkeiten haben als Thema die "Mouros y Cristiás" (Mauren und Christen) und erinnern mit ihren Schauspielen und Darbietungen an die Feste der Mittelmeergegend (Rairiz de Veiga – 24. September).
Die Feiern in der Hauptstadt sind für ihren Humor bekannt, so findet am 3. Mai beispielsweise ein Wettspiel mit satirischen Balladen, "Os Maios", statt. Am selben Tag in Laza gibt es das „Fällen des besten Baumes“ und die „Entführung” eines jungen Mädchens, welches vorher ausgewählt wurde, um die Rolle der Eva in einem religiösen Schauspiel zu übernehmen.
Sehenswürdigkeiten Ourense ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs. Einige archäologische Funde aus dieser Periode können im Museum der Provinz betrachtet werden. Teile dieses Gebäudes sind original römischen Ursprungs und liegen neben den Webereien in der Cervantes Strasse aus derselben Epoche und der sogenannten Puente Viejo (alte römische Brücke), einer der ältesten Europas. Obwohl Ourense keine typische Schönheit ist, wurde das alte Stadtzentrum zum nationalen künstlerischem und historischem Denkmal erklärt. Hier finden Sie die wichtigsten Bauwerke Ourenses, die römische Kathedrale und die Plaza Mayor (Hauptplatz) aus der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts.
Pontevedra - Fiestas Eine der bekanntesten Feierlichkeiten, eine Mischung aus religiöser und weltlicher Veranstaltung, ist die "Fiesta del Corpus Christi" am 01. Juni in Puentareas. Eine Woche vor der Fiesta wird die Stadt für den „Blumenteppich-Wettbewerb“ in zwei Mannschaften geteilt. Die "Rapa das Bestas", vom 18. bis 20. Juni in San Lorenzo de Sabrucedo, besteht aus drei Teilen: Die “Baixa das Bestas" – das Einfangen der wilden Pferde, "0 Curro y a Rapa" – das Trimmen und Scheren sowie die Auswahl der Pferde, die verkauft werden sollen, und zuletzt "A Solta" – das erneute Freilassen der übriggebliebenen Pferde in den Bergen. Die "Fiestas de San Benitino de Lerez" am 11. Juli in Pontevedra beeinhalten eine Wallfahrt entlang des Flusses, das Spielen der “gaitas” (Dudelsäcke) und das Singen galizischer Lieder. Die Roméria popular am11. Juni ist ebenfalls einen Besuch wert.
Sehenswürdigkeiten Pontevedra, die Hauptstadt der Provinz, an der Flussmündung in der „Ria de Pontevedra“ gelegen, besitzt ein bemerkenswertes architektonisches Erbe. Interessante Bauwerke sind die Santa Maria Basilica mit ihrer harmonischen Verbindung von Spätgotik und manuelinischem Stil. Ihr Bau begann im späten 15. Jhdt. und wurde von der einflussreichen Seefahrergilde gezahlt. Die Kirche San Bartolomé, die früher der Jesus-Gesellschaft gehörte, ist wahrscheinlich das erste Beispiel barocker Bauweise in Galizien. Nicht weit von Pontevedra liegt das Kloster Lérez, in welchem wichtige Überbleibsel des 16. bis 18. Jhdts. aufbewahrt werden. Sehenswert ist auch das Kloster Tenorio in Cotobad mit seinen beeindruckenden Kreuzgängen aus dem 16. Jhdt..
Lugo - Fiestas Die meisten Fiestas, Jahrmärkte und religiöse Feiern finden von April bis September statt. Viele haben ein bemerkenswertes sportliches Programm, wie z.B. die Kanurennen in Foz am 10.August und die Pferderennen in Vivero (Viveiro) am ersten Juli-Sonntag, wo 'a rapa das bestas', das Trimmen der Mähnen und das Brandmarken zelebriert wird. Am St. Lukas Tag in Mondoñedo (18.Oktober) können Sie besonders gut Kunsthandwerk erwerben, während die Naseiro-Romeria in Vivero am letzten Sonntag im August ausgezeichnet dafür geeignet ist, gastronomische Spezialitäten der Region zu genießen. Besuchen Sie ebenfalls die Xira de Santa Cruz in Ribadeo am ersten Sonntag im August. Dazu gibt es über das gesamte Jahr verteilt eine Vielzahl interessanter Feierlichkeiten, so dass der Besucher der Region sicherlich die Möglichkeit hat, an der einen oder anderen teilzunehmen.
Sehenswürdigkeiten Die schöne Stadt Lugo besitzt bemerkenswerte Stadtmauern. Über 2 km kann man oben auf ihnen dem alten Wachgang entlang den Stadtgrenzen folgen und bekommt von dort einen wunderschönen Blick über die Stadt und das Miño-Flusstal. Die Santa María Kathedrale, deren Bau 1129 begann, zeigt verschiedene Baustile - Römisch im unteren Teil bis Gotisch im oberen. Die San Pedro Gemeindekirche aus dem 15.Jhdt. beherbergt eine wertvolle paleographische Sammlung. 16 km von Lugo liegt Santa Equally de Bóveda, eine Ausgrabungsstätte von großem archäologischem Wert. Hier zeugen beeindruckende Wandgemälde, die die örtliche Fauna darstellen, von einer weit zurückliegenden Zeit, wie man glaubt, Pompeiischen Einflusses, wobei der derzeitige Komplex ursprünglich wahrscheinlich ein römisches Nymphaeum war, das später zu einem christlichen Anbetungsort umgewandelt wurde.
La Coruna - Fiestas In La Coruña gibt es mehr Feste als Ortschaften, der Zeitraum mit den meisten Veranstaltungen ist allerdings der Sommer. In Muros, Corcubión und Camariñas gibt es Prozessionen zu Wasser zu Ehren der Virgen del Carmen. In Laxe, Malpica und Rianxo wird die Virgin Maria auf ähnliche Weise verehrt. In Muros finden historische Seeschlachten statt, in Sada das Sardinenfest, und dem Versenken und, im Anschluss, der symbolischen Rettung eines Schiffes und seiner Mannschaft kann man bei der „ría“ von Laxe beiwohnen. Gegenüber dem Sanctuário de Muxía findet das "abalar a pedra", das zum Wanken bringen und anschliessende Kentern eines Steinbootes statt. Im August gibt es Ausflüge ab Betanzos den Fluss Mandeo entlang zum Beginn des Festes von San Roque, die "Jira de Os Caneiros". Weitere bekannte religiöse Feierlichkeiten sind die Wallfahrt nach San Andrés de Teixido und der Umzug von Las Mortajas (die Leichentücher).
Sehenswürdigkeiten La Coruña nimmt für sich in Anspruch, den ältesten Leuchtturm der Welt, den „Torre de Hercules“, zu besitzen. Erbaut im 1. Jhdt. zu Zeiten des Herrschers Trojan, wurde der Leuchturm immer wieder renoviert, so dass er noch heute genutzt wird und der einzige römische, noch funktionierende Leuchtturm der Welt ist. Weitere interessante Bauwerke sind die Akademie Santa María del Campo, eine Kirche im römisch-gotischen Stil und die Burg San Antón aus dem 16.Jhdt., eine komplett restaurierte Festung, die auf einer kleinen Insel liegt. Die heutige Burg stammt aus dem Jahre 1779 und bewachte früher die Hafeneinfahrt. Hier ist auch das Archäologische Museum untergebracht. Besuchen Sie ebenfalls die San Jorge Kirche im galizisch-barocken Stil und ihre interessante Statue des St. Agustin.
Aktivitäten Versäumen Sie nicht einen Besuch in Santiago de Compostela (Weltkulturerbe). Diese schöne und friedliche Stadt besitzt eines der beeindruckensten Baudenkmäler der Iberischen Halbinsel, ihre weltberühmte Kathedrale. Schlendern Sie durch diese altwürdige und doch lebendige Universitätsstadt, besuchen Sie Ihre Sehenswürdigkeiten und auch ihre vielen ”Tapa Bars”. Der Jakobsweg, der hier endet, ist die älteste „Tourismusroute“ Europas und noch heute gehen ihn viele Besucher, ganz oder teilweise, zu Fuß oder fahren ihn mit dem Fahrrad, ein wunderbarer aber anstrengender Weg das Land kennenzulernen. Galizien ist übrigens auch ein hervorragender Ausgangsort um den Norden Portugals zu besuchen.
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