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Navarra
ie kleine Bergregion Navarra vereint in sich viele Züge der drei sie umgebenden Grenzländer und Regionen Frankreich, dem Baskenland und Aragon. Trotz ihrer geringen Ausmaße beeindruckt Navarra durch die Vielfalt und Schönheit ihrer Landschaften. Im Norden grenzt die Region an die mächtigen Pyrenäen mit ihren hochaufragenden Gipfeln, tiefen Tälern, Flüssen und Strömen.
Im Süden liegt das Ebro-Tal, in dem hervorragender Wein angebaut wird. Im Westen Navarras erstrecken sich grüne Täler, Wiesen und Wälder, im Osten wird die Landschaft wilder und geht schließlich in die Pyrenäen über. Die Region besitzt sogar ihre eigene kleine Mini-Wüste: Las Bárdenas. Auch die Bewohner, die Bräuche und die Bauweisen sind in Navarra sehr vielfältig und durch ihre Lage an der berühmten Wallfahrtsroute, dem Jakobsweg, nach Santiago de Compostela, entstanden hier viele alte Städte, Paläste, Herrenhäuser, Kathedralen und Klöster.
Gastronomie Zu gleichen Teilen von der Küche Frankreichs, Aragons und des Baskenlandes beeinflusst, wird die Gastronomie Navarras hochgelobt für die Vielfalt und die Qualität ihrer Zutaten. Hier in Navarra leben die traditionelle Küche und die “nouveau cuisine” in Eintracht beisammen und bringen so wundervolle Gerichte hervor wie “la trucha a la navarra” (gebratene Forelle mit Schinken) und “menestra”(Artischoken, Spargel, grüne Bohnen und Erbsen). Probieren Sie die Fleischgerichte “el cochifrit Navarro” (kleine Stückchen gebratenes Lamm) und die sehr typische “la chistorra” (über Holzkohle gebratene Wurst).
Rebhühner, Turtel- und Wildtauben, sowie anderes Geflügel, sind eine Spezialität der Region. So werden beispielsweise im September die dann wohlgenährten Rebhühner in Feigenblättern gebraten, oder Turteltauben mit Kräutern auf dem Grill zubereitet und mit Rotwein und Essig abgelöscht. Ein Fest für den Feinschmecker! Auch die Käsesorten Navarras, z.B. der Roncal, gehören zu den besten des Landes. Abschliessend gönnen Sie sich nach all diesen Genüssen einen Pacharan, einen Likör aus Heidelbeere und Anis.
Geschichte Durch seine geografische Lage unterlag Navarra immer stark den Einflüssen Spaniens und Frankreichs. So ist ein Teil des ursprünglichen Navarras heute französisch. Im 11. Jahrhundert war das damalige Königreich noch Herzstück des christlichen Territoriums. Doch nachdem Navarra erfolgreich der maurischen Invasion widerstanden hatte, verlor es seine Unabhängigkeit und wurde Besitz der französischen Krone (1284-1316) durch die Heirat Filipes IV. mit der Thronerbin Navarras. 1479 annektierte Ferdinand von Aragon den spanischen Teil Navarras während der französische Teil an Catherine de Foix fiel. Das kurze goldene Zeitalter der Region brachte Carlos III., der es schaffte in Eintracht mit Frankreich, Kastilien und Aragon zu herrschen. Nach der Eroberung Pamplonas wurde Navarra im Jahre 1515 dem Königshaus Kastilien eingefügt, durfte aber dennoch seine eigenen lokalen Gesetze und Institutionen beibehalten.
Kultur - Fiestas Das berühmteste und für die Region typischte Fest ist zweifelsohne das San Fermín Festival in Pamplona, das jährlich vom 06. bis zum 14.Juli stattfindet. Während acht berauschenden Tagen finden in den Strassen der Stadt das weltbekannte Stiertreiben statt. Jeden Morgen fliehen mutige (oder, je nach Ansichtsweise, törichte) junge Männer vor den Stieren durch die engen Gassen Pamplonas, um der Menschenmenge ein einzigartiges Schauspiel zu bieten.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Stierkämpfen, hat hier das Tier die Oberhand. Jeder darf teilnehmen, aber man sollte dazu lieber ziemlich flink sein. Das Festival dreht sich nicht nur um die Stiere. In der ganzen Stadt gibt es rund um die Uhr ausgelassene Tanzveranstaltungen und Umzüge.
Kunsthandwerk Erzeugnisse des traditionellen Kunsthandwerkes sind hauptsächlich die berühmten “Botas”, Feldflaschen für Wein aus Leder, und Holzprodukte, wie Truhen oder “Kaikus” (Milchtöpfe). Auch gegenwärtiges Kunsthandwerk kann besonders in der Töpferkunst und in der Teppichweberei angetroffen werden.
Sehenswürdigkeiten Durch die strategisch günstige Lage am Jakobsweg nach Santiago de Compostela, finden sich in Navarra viele schöne religiöse Bauwerke. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Kloster San Salvador de Leyre. Diese weitgehend romanische Kirche war über ein Jahrhundert lang dem Verfall preissgegeben, bis es in den fünfziger Jahren von Benediktiner Mönchen restauriert wurde. Die bezaubernde Stadt Puente de la Reina (Brücke der Königin) liegt an dem Schnittpunkt zweier wichtiger spanischer Verkehrswege. Die Brücke, die der Stadt ihren Namen gab, ist womöglich die schönste ihrer Art in Spanien. Die schöne Stadt Estella liegt nicht weit entfernt, und besitzt ebenfalls viele gut erhaltene Bauwerke aus dem Mittelalter (Kirche Santa Maria Real).
Aktivitäten Die Teilnahme an den Feierlichkeiten von San Fermín (Pamplona) ist ein unvergessliches Erlebnis. Der “encierro” (das Stierlaufen) wird aber auch, obgleich in geringerem Umfang, in einigen anderen Städten veranstaltet. Einige der interessantesten finden in Tudela (24.-28.Juli) und Estella (erste Augustwoche) statt.
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